Keine "richtigen Toiletten": Neue Trump-Sprecherin irritiert mit Äußerung über China
Die neue Sprecherin von US-Präsident Donald Trump, Katie Zacharia, hat sich mit einer abfälligen Äußerung über chinesische Klos in die Nesseln gesetzt. Die 41-Jährige, die in der Vergangenheit in China lebte, befand am Donnerstag im Sender Real America's Voice, dass es in dem Land keine "richtigen Toiletten" gebe. Peking lud Zacharia daraufhin spöttisch ein, China öfter zu besuchen. In dem Interview bezog Zacharia auch Stellung zur Kontroverse über ihre Selbstbezeichnung als Anwältin.
Die Äußerung über chinesische Klos fiel im Zusammenhang mit der Rivalität zwischen den USA und der aufstrebenden Wirtschaftsmacht China. Zacharia erinnerte im Interview mit dem rechten Influencer Jack Posobiec auf Real America's Voice daran, dass 2016 die Erwartung gewesen sei, dass China die USA bald überholen werde.
"Uns allen wurde gesagt, dass Hillary (Clinton) die Präsidentschaftswahl gewinnt", sagte Zacharia. "Dass die goldenen oder glorreichen Tage Amerikas vorbei sind. Dass China das nächste Land am Horizont ist."
Sie sei damals gerade aus China zurückgekehrt und habe sich gefragt: "Wie soll China das nächste Land am Horizont sein? Sie haben nicht einmal richtige Toiletten."
Die Antwort aus China ließ nicht lange auf sich warten - und erfolgte in Form einer augenzwinkernden Einladung. "Wir würden uns freuen, wenn sie China öfter besuchen würde, sobald sich die Gelegenheit dazu ergibt", sagte Außenamtssprecherin Mao Ning vor Journalisten in Peking und unterdrückte dabei ein Lächeln.
In dem Interview auf Real America's Voice erläuterte Zacharia auch, warum sie sich als Anwältin bezeichnet, obwohl sie in den USA nie eine Anwaltsprüfung bestanden hat. Sie habe sich für die Prüfung angemeldet, sei dann aber durch die Pläne, mit ihrem Ehemann nach China zu ziehen, "abgelenkt und überfordert" gewesen. Nach ihrer Rückkehr in die USA habe sie die Anwaltsprüfung dann nicht abgelegt, weil inzwischen ihr erstes Kind zur Welt gekommen war.
Die studierte Juristin hat sich in Fernsehauftritten und in Onlinediensten mehrfach als Rechtsanwältin bezeichnet. Zudem sei sie Chefjustiziarin einer konservativen, in Kalifornien ansässigen gemeinnützigen Organisation. Zacharia hatte an der christlichen Pepperdine Universität in Kalifornien studiert. Ein abgeschlossenes Jura-Studium alleine ist aber nicht ausreichend, um als Anwältin zu arbeiten. Notwendig ist vielmehr das Ablegen einer Anwaltsprüfung.
Auch im konservativen Nachrichtensender Fox News musste sich Zacharia Nachfragen zu dem Thema gefallen lassen. "Sie haben die Anwaltsprüfung gemacht, aber Sie haben die Anwaltsprüfung nicht bestanden, richtig?", fragte der Trump nahestehende Moderator Sean Hannity. "Ja", antwortete die 41-Jährige.
Hannitys Frage, ob sie ein zweites Mal versucht habe, die Prüfung abzulegen, verneinte Zacharia. "Ich hatte in sechs Jahren vier Kinder", sagte sie. "Es war nie meine Absicht, als Anwältin zu arbeiten."
In dem Interview auf Real America's Voice sagte Zacharia, "viele Leute aus der Branche" hätten ihr versichert, sie könne sich angesichts ihres Jurastudiums und ihrer in China gesammelten Berufserfahrung als Anwältin bezeichnen. Zacharia hatte in China nach eigenen Angaben zwischen 2011 und 2013 für eine Anwaltsfirma gearbeitet.
In der Kontroverse hat die Ethikorganisation Campaign for Accountability die Anwaltskammer von Kalifornien aufgerufen, eine Untersuchung einzuleiten. "Sich in Kalifornien ohne Lizenz als Anwältin zu bezeichnen, ist nicht einfach nur übertriebene Eigenwerbung; es ist eine Straftat."
Zacharia hatte am Dienstag ihr Debüt im Presseraum des Weißen Hauses gegeben. Der Auftritt dauerte nur knapp 15 Minuten, die Trump-Sprecherin beantwortete lediglich die Fragen von drei Journalisten rechtsgerichteter Medien - und sorgte mit einem Versprecher für Gelächter, als sie von "meinem Präsidenten, Entschuldigung, meinem Ehemann" sprach. Die frühere Fox-News-Kommentatorin ist Nachfolgerin der zurückgetretenen Trump-Sprecherin Karoline Leavitt.
X.Voulgaris--AN-GR