Oktoberfest-Bilanz: Neuer Wiesn-Rekord mit 7,4 Millionen Besuchern
Mit rund 7,4 Millionen Besuchern hat das Münchner Oktoberfest in diesem Jahr einen neuen Rekord erzielt. Nach ersten Schätzungen zog es an allen 16 Tagen bis einschließlich Sonntag so viele Gäste wie noch nie zum weltweit größten Volksfest auf die Theresienwiese, wie die Stadt München mitteilte. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt rund 6,5 Millionen.
Die gestiegenen Besucherzahlen wirkten sich auch auf den Bierkonsum aus: Insgesamt wurden in diesem Jahr rund 6,7 Millionen Maß Bier getrunken - nach 6,5 Millionen Maß im Vorjahr. Aber auch der Absatz von alkoholfreien Getränken stieg um zehn Prozent. Bei Speisen meldeten die großen Wiesnwirte demnach ebenfalls ein Plus von zwei bis drei Prozent. Nach Jahren des Rückgangs verspeisten Besucher unter anderem wieder mehr klassisches Hendl.
Der überwiegende Teil der Gäste kam laut Bilanz nach wie vor aus München oder dem Umland. Die meisten internationalen Gäste reisten aus den USA, Italien und Österreich an. Vor allem die Besucherzahlen unter der Woche zogen demnach deutlich an - und zwar um 25 Prozent. Auch das spätsommerliche Wetter habe sich positiv ausgewirkt.
Trotz der starken Besucherströme sei es aufgrund eines neuen Sicherheitskonzepts zu keiner Überfüllung gekommen. Unter anderem die neue Sicherheitszentrale und verbesserte Videoüberwachung "haben es ermöglicht, die Besucherströme noch genauer zu beobachten und bei Menschenansammlungen frühzeitig gegenzusteuern", erklärte Wiesnchef Christian Scharpf.
So verfügte allein die Polizei über 56 Kameras auf dem Festgelände. In diesem Jahr rückten die Beamtinnen und Beamten zu 1851 Einsätzen aus, das waren auch aufgrund der gestiegenen Gästezahlen 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt wurden 845 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten angezeigt, acht Prozent mehr als 2025. Ein Schwerpunkt waren demnach insbesondere Rauschgiftverstöße.
Erfasst wurden auch fünf Raubdelikte, und 80 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Überwiegend handelte es sich demnach um sexuelle Belästigungen, fünf Fälle erfüllten den Tatbestand der Vergewaltigung.
Die für Rettungseinsätze zuständige Aicher-Ambulanz versorgte bis zur Nacht von Samstag auf Sonntag und damit noch vor Abschluss der Wiesn rund 8400 Patientinnen und Patienten. Das sind 23,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem wurde damit die bisherige Höchstzahl von 8157 Patientinnen und Patienten aus dem Jahr 2023 überschritten.
Überschattet wurde das Oktoberfest vom tödlichen Unfall eines Mitarbeiters eines sogenannten Freefall-Towers, der von einer herunterfahrenden Gondel eingeklemmt wurde. Am letzten Wiesn-Tag am Sonntag gab es einen weiteren Unfall bei einem Schaustellerbetrieb, bei dem ein 47-jähriger Mitarbeiter schwerst verletzt wurde und reanimiert werden musst.
Die Münchner Abfallwirtschaft erwartete insgesamt rund 1015 Tonnen Müll nach den 16 Festtagen. Im Wiesn-Fundbüro wurden bis zum 5. Oktober zudem hochgerechnet rund 4000 Fundsachen registriert. Darunter waren neben 1050 Kleidungsstücken und 700 Geldbeuteln auch 35 Uhren, zwölf Paar Schuhe, 350 Brillen, ein Gebiss sowie ein Alkoholmessgerät.
U.Papamichail--AN-GR