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Feuerpause in Oleschky: Einwohner fliehen aus besetzter ukrainischer Stadt
Feuerpause in Oleschky: Einwohner fliehen aus besetzter ukrainischer Stadt / Foto: - - Facebook Official account of Kyrylo Budano/AFP

Feuerpause in Oleschky: Einwohner fliehen aus besetzter ukrainischer Stadt

Im Süden der Ukraine haben Einwohner von Oleschky eine örtlich begrenzte Waffenruhe genutzt und sind aus der russisch besetzten Stadt geflohen. Die ukrainische Delegation sei mit zur Flucht bereiten Bewohnern auf dem Weg ins russische Anapa, teilte der ukrainische Unterhändler David Arachamia am Freitag im Onlinedienst Telegram mit. Moskau erklärte, der Einsatz sei "ohne Zwischenfälle" abgeschlossen worden. Zur Zahl der Geflüchteten machten beide Seiten keine Angaben.

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Der Ukrainer Arachamia erklärte weiter, die geflüchteten Bewohner würden vom Flughafen der südrussischen Stadt Anapa nach Belarus ausgeflogen. Von dort sollten sie per Bus "nach Hause" gebracht werden. In Oleschky seien Hilfsgüter für die verbliebenen Einwohner verteilt worden.

Die russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa teilte ebenfalls bei Telegram mit, dass der Einsatz "ohne Zwischenfälle" abgeschlossen worden sei. "Die humanitäre Mission in Oleschky geht zu Ende." Ihr zufolge waren 25 Busse und neun Krankenwagen an der Evakuierungsaktion beteiligt. Einige Menschen würden in die Ukraine gebracht, andere nach Russland. Für die verbleibenden Bewohner werde Hilfe organisiert.

Am Vormittag waren Vertreter beider Seiten in Oleschky eingetroffen, um den Einsatz zu beaufsichtigen. Lantratowa veröffentlichte ein Video, das Gruppen von Menschen zeigte, die auf Busse warteten. In einem Video des ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten Dmytro Lubinez ist zu sehen, wie dieser mit Bewohnern sprach. Einige bedankten sich bei Lubinez und weinten.

Eine Einwohnerin berichtete auf von ukrainischen Medien verbreiteten Videoaufnahmen, sie sei "erschöpft". "Wenn wir gesund wären, würden wir vielleicht noch ein bisschen länger hier bleiben", sagte sie. "Wir haben so viele Prüfungen erdulden müssen", sagte eine andere.

Das Weiße Haus hatte in der vergangenen Woche eine von US-First-Lady Melania Trump vermittelte Waffenruhe für Oleschky verkündet, die am Dienstag in Kraft trat und vorerst zu halten schien. Die bis Sonntagabend vorgesehene Feuerpause soll angesichts gravierender Engpässe bei Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten die Versorgung der Bevölkerung, Hilfslieferungen und die Evakuierung von Zivilisten in der Stadt ermöglichen. Sie ist die längste Waffenruhe seit Kriegsbeginn im Februar 2022.

Oleschky liegt am Ufer des Dnipro in der Region Cherson im von Russland besetzten Süden der Ukraine und wird von beiden Armeen in die Zange genommen. Russland hatte die Stadt schon 2022 erobert. Von den ursprünglich 24.000 Einwohnern sollen sich noch etwa 2000 in Oleschky aufhalten. Einige der Menschen in Oleschky hätten damit begonnen, Tauben zu jagen und zu essen, schilderten ehemalige Bewohner die Notlage in der Stadt der Nachrichtenagentur AFP.

Trotz der Waffenruhe in Oleschky gingen die Angriffe auf andere Orte unvermindert weiter. In der zentralukrainischen Region Dnipropetrowsk waren nach russischen Angriffen in der Nacht Behördenangaben zufolge mehr als 200.000 Menschen ohne Strom. Bei einer Attacke in Tschernihiw kamen ukrainischen Angaben zufolge zwei Jugendliche ums Leben.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Luftabwehr habe in der Nacht mehr als 1000 ukrainische Drohnen abgeschossen. Dem Kreml zufolge wurden außerdem drei Ölraffinerien und ein Gas-Chemiewerk attackiert. Samaras Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew erklärte im Onlinedienst Max, dass zwei Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet worden seien.

Unterdessen traf Russlands Außenminister Sergej Lawrow zu einem Treffen der G20-Außenminister in den USA ein. Wie sein Ressort in Moskau tags zuvor mitgeteilt hatte, wird Lawrow bei dem Treffen auf eine Aufhebung der Sanktionen gegen Russland drängen.

Lawrows Teilnahme an dem G20-Außenministertreffen am Freitag und Samstag in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia findet im Vorfeld neuer Gespräche zwischen Vertretern aus Moskau, Kiew und Washington statt. Dabei soll versucht werden, auf ein Ende des Ukraine-Kriegs hinzuarbeiten.

C.Katsaros--AN-GR