"In mein Gehirn gebrannt": DBB-Frauen sinnen auf Revanche
Im Trainings-Gym der Max-Schmeling-Halle überließ Olaf Lange nichts dem Zufall. Immer wieder ging der Basketball-Bundestrainer mit seinen Medaillenjägerinnen die verschiedenen Systeme durch. Für das mit Spannung erwartete WM-Halbfinale gegen die starken Französinnen musste jeder Schritt sitzen. Langes Spielerinnen schöpften für das nächste Highlight in der Geschichte des deutschen Frauen-Basketballs derweil Motivation aus einer bitteren Pleite.
Die 71:84-Niederlage gegen Frankreich vor zwei Jahren im olympischen Viertelfinale verfolgt sie noch heute. "Für mich ist dieses Spiel in mein Gehirn gebrannt. Es ist einfach etwas, woran man oft denkt. Aber ich glaube auch, weil es einfach ein so emotionaler Moment für uns alle war und man sich so hilflos auf dem Feld gefühlt hat. Ich glaube, morgen wird das anders aussehen", sagte Kapitänin Marie Gülich vor dem Showdown am Samstag in Berlin (16.30 Uhr/ProSieben MAXX und MagentaTV).
Auch Leonie Fiebich sann auf Revanche. "Ich glaube, es gibt keine bessere Möglichkeit für uns zu zeigen, wer wir sind. Wer am Ende das bessere Team ist, sehen wir morgen. Aber Motivation ist da. Wir haben das alles noch in uns drin. Das ist ein perfektes Halbfinale für uns", sagte die Schlüsselspielerin von New York Liberty aus der WNBA, die Deutschland am Donnerstag beim Sensationssieg im Viertelfinale gegen Belgien (93:74) in die Vorschlussrunde geführt hatte.
Welche der vielen WNBA-Stars der Französinnen besonders im Fokus stehen werden, verriet Gülich. "Auf jeden Fall Gabby Williams, ist ja deren Topscorerin. Und auch diejenige, die das Team trägt. Marine Johannès ist eine Spielerin, die immer heißlaufen kann. Dominique Malonga ist einfach eine Post-Spielerin, die sehr talentiert ist und viel Länge bringt", sagte die 32-Jährige. Auch Fiebich war der Meinung, "dass an jedem Abend eine andere viele Punkte scoren kann."
Gleichzeitig wies sie darauf hin, dass Frankreich "auch viele einfache Spiele bisher" gehabt habe. In der Gruppe gegen Ungarn, Südkorea und Nigeria sowie im Viertelfinale gegen China gab es jeweils klare Erfolge. "Deswegen hoffe ich, dass wir das erste Team sein können, das sie wirklich challenged", sagte Fiebich. In einem möglichen Finale am Sonntag ginge es gegen Topfavorit USA oder Spanien.
E.Venizelos--AN-GR