Geiselsöder tröstet Fiebich: "Bin stolz auf sie"
Luisa Geiselsöder bekam glasige Augen, als sie über ihre gute Freundin Leonie Fiebich sprach. "Ich weiß nicht, warum es nicht sein soll. Wir haben alles gegeben, sie hat alles gegeben. Sie war eine unfassbare Leaderin. Und das habe ich ihr gesagt, ich bin einfach stolz auf sie", sagte die Basketball-Nationalspielerin nach dem 58:81 (36:40) gegen Spanien im Spiel um Bronze bei der Heim-WM in Berlin.
Zuvor hatte Geiselsöder der in Tränen aufgelösten Fiebich nach der Schlusssirene noch auf dem Court gut zugeredet. Obwohl die WNBA-Spielerin von New York Liberty alles gab, reichte es nicht für die ersehnte erste WM-Medaille, trotzdem ist Platz vier die beste WM-Platzierung in der Geschichte der Bundesrepublik. Lediglich die DDR erreichte im Jahr 1967 ebenfalls den vierten Rang.
Fiebich, die als einzige Deutsche ins Allstar-Team der WM gewählt wurde, nahm den Schmerz an – blickte jedoch auch nach vorne. Der Traum von Edelmetall treibt die 26-Jährige weiter an. "Die Medaille ist ein großes Ziel, warum ich so viel Arbeit in die Nationalmannschaft stecke, warum ich jedes Mal hier bin. Und ich werde weiter hier sein. Und ich werde weiter kämpfen. Und hoffentlich irgendwann belohnt werden", sagte Fiebich.
Sie und ihre elf Teamkolleginnen hatten die deutschen Fans über die zehn Turniertage begeistert. Höhepunkt war der sensationelle Sieg über Belgien im Viertelfinale (93:74). Frankreich im Halbfinale (64:86) und Spanien im Bronze-Spiel zeigten den Deutschen jedoch ihre Grenzen auf. "Wir sind einfach nicht gut genug", sagte Fiebich: "Wir haben das Turnier mit ganz viel Euphorie gespielt, haben mit Belgien den Europameister geschlagen. Aber es ist einfach schwer, dann noch mehr overzuperformen. Aber wir werden besser werden."
Bundestrainer Olaf Lange befand: "Ich denke, dass es wichtig ist, den Schmerz, den die Spielerinnen gerade fühlen, zu kultivieren. Weil in der täglichen Arbeit in den nächsten Monaten und Jahren müssen wir individuell noch besser werden. Und da braucht man starke Motivation. Und das ist Treibstoff, um besser zu werden."
Als nächstes steht im November das erste Fenster in der Qualifikation für die EM 2027 in Belgien, Finnland, Schweden und Litauen an. Bei der Endrunde geht es dann auch um Tickets für das Qualifikationsturnier für Olympia 2028 in Los Angeles. Bei der EM könnten im Medaillenrennen letztlich wieder Teams vom Kaliber Frankreichs oder Spaniens warten. "Das ist die Lücke, die wir schließen müssen", sagte Lange.
S.Papastathopoulos--AN-GR